Oberrotweiler Spätburgunder, Käsleberg, Holzkreisel  
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                                            18.06.2013
                                            Ich glaube, ich steh im Wald.

                                            VON VINCENT KLINK: Das sagt man gerne so vor sich hin, wenn man Verwirrung mitteilen will und sozusagen vor lauter Wald keinen Baum mehr sieht.



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                                            28.09.2012

                                            Der Wald als Weide. Waldhonig.



                                            Lange Zeit waren Waldwirtschaft und Viehzucht räumlich weit enger verbunden als heute. Im Mittelalter trieb der Bauer sein Hornvieh durch den Wald und nutzte den Herbst für die Eichelmast seiner Schweine. Eines hat sich aber unverändert erhalten: Die Weide von Bienenvölkern inmitten dichter Wälder.

                                            Das gelobte Land erkennt man bekanntlich an zweierlei: Am überquellenden Vorhandensein sowohl von Milch als auch von Honig. Allein 16 Mal ist die Beschreibungsformel „ein Land, in dem Milch und Honig fließen“ in der Bibel zu finden, zuerst in 2 Mose 3, 7-8. Nun soll uns dies nicht verleiten, beispielsweise dem Bundesland Niedersachsen oder gleich den gesamten Niederlanden jegliches Lob abzusprechen. Aber die biblische Formulierung hat in einem tieferen Sinne Recht. Viehbestand allein reicht nicht, ja er wäre ohne die Biene nicht einmal möglich. Ohne ihre Bestäubungsleistung keine Pflanzenpracht, keine Landwirtschaft und schon gar kein Obstanbau. Letztlich also auch keine Sesshaftigkeit; die Biene spielt eine wichtige Rolle im Anbeginn aller Zivilisation.
                                            Den Zeitgenossen dieses Anbeginns (den Menschen aus der mittleren Steinzeit, den Assyrern und Ägyptern etwa) waren diese Zusammenhänge sicherlich nicht bewusst. Aber: Sie kannten den Honig. Von ihrer Zeit an bis weit ins 15. Jahrhundert war er das einzige regelmäßig greifbare Süßmittel und wurde außerdem medizinisch eingesetzt. Die Imkerei hat daher eine lange Geschichte, auch und gerade im trotz spottbilligem Rohr-und Rübenzucker noch immer honigliebenden Deutschland, das es heute auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 1,3 kg bringt.
                                            Nur noch weniger als ein Viertel des konsumierten Honigs wird noch in Deutschland produziert. 95% des aus deutschen Feldern, Wiesen und Wäldern fließenden Honigs stammen darüber hinaus von Amateurimkern, die ihre Arbeit als Hobby und zur Selbstversorgung betreiben. Der Vorteil: Gerade hierzulande fällt es nicht schwer, statt markengerecht homogenisierter Honigmasse hochqualitative Spezialitäten zu finden. Zumal kaum ein anderes Lebensmittel so viele Sorten- und Geschmacksvariationen kennt wie der Honig, spielen bei ihm doch die Aromen und Geschmacksstoffe der Bienenweide die entscheidende Rolle. Bei der Bienenweide aber ist es wie in anderen Zusammenhängen: Das mit den Bienen und den Blüten ist eben nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte heißt: Läuse!
                                            So wie Blütenhonig aus der Bienenweide mit dem Nektar von Blütenpflanzen entsteht, so entsteht Waldhonig aus der Bienenweide mit Honigtau. Der aber ist ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt bestimmter an Bäumen saugender Insekten, fast ausschließlich Läuse, die Fichte, Tanne, Linde, Eiche und Ahorn bevölkern. Sie entziehen den Bäumen den sogenannten Siebröhrensaft, annähernd reine Saccharose, den sie fast in seiner gesamten Menge auch wieder ausscheiden. Durch enzymatische Reaktionen in ihrem Körper entstehen jedoch Glucose, Fructose und Mehrfachzucker daraus, ein Vorgang, der sich bei der Aufnahme des Honigtaus durch die Biene noch einmal wiederholt. Dieser zweifache „Verarbeitungsprozess“ führt je nach Baum und Laus zu einem anderen hocharomatischen und geschmacklich unterschiedlichen, zumeist im Vergleich zum Blütenhonig dunkleren Endprodukt. Waldhonig kennt wie Wein mehr oder weniger ertragreiche Jahre, denn die Ernte bestimmter Sorten setzt im Grunde eine kurzfristige Massenvermehrung spezifischer Läusearten voraus. Milch mag also immer fließen im gelobten Land Deutschland, Honig womöglich auch, und sei es aus Containerschiffen in Hamburg - Waldhonig aber keineswegs. Waldhonig hat seine Jahrgänge.
                                            P.S.: Ein wahrlich gelobtes Land, ein nur wenige Quadratmeter großes Ländchen gewissermaßen, befand sich 1977 in Kassel, und zwar zur Zeit der documenta 6. Hier floss der Honig in Strömen, denn Joseph Beuys hatte im Erdgeschoss des Museum Fridericianum seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz“ installiert, ein 173 Meter langes System von Schläuchen, durch das 150 kg Honig gepumpt wurden. Die Installation ist noch heute legendär, allein lässt sich im Nachhinein nicht mehr wirklich abschließend klären, ob auch die zweite, für ein gelobtes Land wie erwähnt notwendige Bedingung erfüllt war - Beuys bevorzugte wohl (japanischen) Whisky. Aber das ist eine andere Geschichte (und auch sie hat, wenn nicht mit Wäldern, so doch mit Bäumen zu tun).

                                            Grundsätzliche Informationen zum Waldhonig finden Sie hier:
                                            www.bee-info.de/honig/waldhonig.html#Tannenhonig.htm

                                            Informationen für Imker hinsichtlich günstiger Zeiten zur Waldweide von Bienenvölkern und vieles mehr zur Waldimkerei sonst bietet:
                                            www.stockwaage.de

                                            Joseph Beuys „Honigpumpe“ hat es sogar zu einem eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht. Sie finden ihn hier:
                                            de.wikipedia.org/wiki/Honigpumpe_am_Arbeitsplatz

                                            ECHTWALD WEISSTANNENHONIG finden Sie hier im Shop: Link zum WEISSTANNENHONIG

                                            ECHTWALD WALDHONIG finden Sie hier im Shop: Link zum WALDHONIG







                                             

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