23.05.2013
Ich glaube, ich steh im Wald.
VON VINCENT KLINK: Das sagt man gerne so vor sich hin, wenn man Verwirrung mitteilen will und sozusagen vor lauter Wald keinen Baum mehr sieht.

24.12.2011
Die Rückkehr der Wälder
Was würde passieren, verschwände der Mensch?

Eine amerikanische Serie spielt mit großem film- und tricktechnischem Aufwand den Gedanken durch, welche Folgen das unmittelbare Verschwinden des Menschen hätte. Eine darunter: Die Rückkehr der Wälder.
Einstürzende Brücken, zerberstende Hochhäuser, brennende Städte. Es ist frappant, mit welcher Genauigkeit das heutige Kino derlei Dinge darstellen kann. Populäre Filmgenres wie der Katastrophenfilm oder jene Spielart des Science Fiction, bei der die Welt von übermächtigen extraterrestrischen Wesen erobert wird, sind voll davon und Millionen von Produktionsdollars werden beim Popcornkino gerade für solche visuellen Effekte aufgebracht. Daraus lässt sich Eindrucksvolles machen, ohne Apokalypse und ganz ohne Aliens.
In den Vereinigten Staaten wurde eine aufwendige Serie produziert, die mit modernsten Filmeffekten ein einfaches Gedankenspiel ins Bild setzt: was würde passieren, verschwände der Mensch? Was bliebe nach 25, 50, 150, 1000 oder gar 10.000 Jahren übrig von den Zeugnissen seiner Zivilisation?
Schon nach einem Vierteljahrhundert wären die Spuren der Auflösung unübersehbar (dieser Effekt wird in seinem genauen Verlauf in der Umgebung von Tschernobyl wissenschaftlich erforscht). Die Wolkenkratzer New Yorks wären Fensterlose Höhlen, in die der Regen peitsch und fielen bald einem beschleunigten Verfall anheim. Ein halbes Jahrhundert, und der Rost ließe bereits große Eisenkonstruktionen Zusammenfallen, zwei Jahrhunderte, und selbst massive Stahlkonstruktionen wie der Eiffelturm lägen am Boden. Mit der Zersetzung von Stahlbeton nach spätestens 500 Jahren verwandelten sich die großen Städte in von Pflanzen überzogene Hügellandschaften, nach einem Jahrtausend wäre New York ein überwucherter Dschungel.
Das alles im animierten Bild zu sehen, ist nicht zuletzt deswegen beeindruckend, weil ein Jahrtausend menschheitsgeschichtlich ein großer Zeitraum sein mag (es hat weniger als ein Jahrtausend gedauert, die mitteleuropäische Kulturlandschaft zu schaffen), in den Maßstäben der Natur ist dies jedoch nur ein Augenblick.
Nach 10.000 Jahren, so die einhellige These der interviewten Experten, würden menschliche Zeugnisse kaum mehr zu finden sein. Vielleicht Reste der Chinesischen Mauer, vielleicht die unter Sand begrabene Cheops-Pyramide, vielleicht Spuren des Hoover-Damms (es ist eben eine amerikanische Produktion ...).
Einig sind sie sich auch darin: Die Folge wäre eine massive Rückkehr der Wälder. In – naturhistorisch betrachtet – atemberaubendem Tempo würden sie sich ihr ursprüngliches Terrain zurückerobern.
Einen Einblick verschafft ihnen YouTube










